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Geschichte

Puch mit Easy Rider bemahlung




Über mich

Mein Name ist Reiner Silvester Mehls und ich wurde am 31. Dezember 1961 in Altoberndorf, mitten im Schwarzwald, geboren. Schon als Kind habe ich gerne ‚rumgeschraubt’. Meine Spielzeugautos wurden stets bis ins kleinste Einzelteil zerlegt und soweit ich es schaffte auch wieder zusammengebaut. Ich wollte immer wissen wie alles funktioniert. Mein Vater ist ein begnadeter Modelleisenbahnfan. Er hatte eine grosse Anlage die immer an Weihnachten aufgebaut wurde. Ich durfte dann mithelfen beim Bau der Häuschen, was mir viel Spass gemacht hat und ich fing an, meine eigenen Modelle zu basteln.

 

Eines Tages fiel mir ein Choppermodell ins Auge, das ich unbedingt haben musste. Nein, es durfte kein normales Motorrad sein. Diesen Chopper wollte ich haben und kein anderes Modell. Damit war ich infiziert. Meine große Leidenschaft galt fortan den Zweirädern.


Im Sommer 1974 kreuzte ein Puch Töffli meinen Weg. Im Dorf war Altmetallsammlung und meine Mutter schickte mich einkaufen, da sah ich dieses Mofa, das meine Kumpels aufgesammelt hatten, hinten am Traktor hängen. Nach kurzer Verhandlung mit den Kameraden war diese Maschine, für einen Kasten Bier mein Eigen. Zum Leidwesen Meiner Mutter konnte ich dadurch doch nichts mehr einkaufen. Der kies ist für den Kasten Bier drauf gegangen.
Du kannst Dir sicher vorstellen was ich mit dem Puch gemacht habe - Nachdem ich den Film "Easy Rider" gesehen hatte (übrigens ein einmaliger Film, der mich damals wie Heute fasziniert, dazu noch die geniale Musik) verpasste ich meinem Gefährt die Amerikanische Flagge auf den Tank. Im Dorf galt ich fortan als Spinner, aber das störte mich nicht weiter.

1977 mit 16 Jahren entwarf ich dann meinen ersten eigenen Chopper. Auf der Basis einer alten 250er BMW sollte das Projekt entstehen. Es wurden Pläne gemacht und alles bis ins Detail ausgearbeitet. Diese Zeichnungen schickte ich an BMW und den TÜV. Doch die Antwort war niederschmetternd. Ein solcher Umbau sei unmöglich, man müsse ein Teilegutachten für den Rahmen erstellen, Belastungsversuche durchführen usw.. Somit legte ich mein Vorhaben auf Eis.

 

Mit 18 machte ich dann den Autoführerschein. Für den Motorradführerschein hat’s leider nicht mehr gereicht. Ich war noch in der Lehre und konnte ihn mir noch nicht leisten. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Im April 1980 kaufte ich mir eine Honda 550 Four. Aber keine normale Maschine. Der Bock hatte natürlich eine lange Gabel, Höckersitzbank und einen Sargtank. Die Gabel war etwas verbogen, da ich die Maschine mit einem Unfallschaden eingekauft hatte. Für mich aber kein Problem, ich demontierte die Standrohre und nahm sie mit ins Geschäft, wo sie auf der Richtbank aufs 100stel genau wieder gerade gebogen wurden. Kurz darauf war mein Chopper startklar. Ich hatte aber immer noch keinen Führerschein. Also was macht man. Das Ding fährt ja auch ohne. Kurze Ausfahrt bei Nacht, ohne Licht und ohne Nummer, im Geleitschutz einiger Freunde bis in die nächste Ortschaft. Vor der Heimfahrt wollte ich natürlich zeigen was die Kiste drauf hat, gab Vollgas, bemerkte jedoch zu spät dass ich im Splitt stand. Die Maschine stürzte zur Seite. Der Zündungsdeckel war eingedrückt (Habe ihn Heute noch als Erinnerungsstück), der Motor machte keinen Wank mehr, und wir mussten die Maschine auf einem Anhänger wieder in meine Werkstatt bringen. Zum Glück hat uns niemand gesehen.
Zwei Monate später hatte ich dann endlich den heiss ersehnten Motorradführerschein im Sack, die Honda in der Zwischenzeit fertig gestellt (inkl. Lackierung Ammi-Flagge) und ich konnte ausfahren. Hurraaaa !!!!

Nicht viel Später wurde diese handgemalte Lackierung, durch einen Unfall zerstört. Bordeauxrot - schwarz überdeckte danach meine alte Lackierung. Für eine Spraydosenlackierung ist das Ergebnis doch ziemlich passabel geworden. Ich war richtig stolz und es gefiel mir fast besser als vorher.



So verging die Zeit bis mich eines Tages (Aug. 1981) mein Nachbar zu einer Ausfahrt in die Schweiz überredete.
Dort lernte ich meine Ex-Frau kennen und blieb bis heute in diesem schönen Land.
Es meldete sich Nachwuchs und mein Traum vom Chopperfahren musste warten.
 

1990, fast 9 Jahre später, flackerte meine alte Sehnsucht nach den Zweirädern wieder auf. Ich stolperte über eine 250 Suzi einen Wasserbüffel mit Unfallschaden. Das Teil war ziemlich ‚schütter zwäg’. Umso mehr reizte es mich, den Rüttler wieder herzurichten. Im Aussenlager meines damaligen Arbeitgebers, also ausserhalb der Sichtkontrolle meines Chefs und meiner Liebsten, bastelte ich in jeder freien Minute.
Auch eine 550er Four kreuzte nochmals meinen Weg. Bin aber nur damit rumgefrässt und habe nie etwas umgebaut. Auch eine Honda 550 F1 und eine alte 1000er Goldwing waren in dieser Zeit in meinem Besitz.
Erst 1996 also 6 Jahre später fing ich wieder an Motorräder zu revidieren und um zubauen.
Zuerst eine Honda 550 Four. Schon wieder wirst Du denken. Diesmal war es aber eine mit Seitenwagen. Das Gespann wurde komplett zerlegt und wieder frisch aufgebaut. Dazu kaufte ich mir noch zwei Ersatzteilträger in Bern. Schlussendlich machte ich aus drei Motos, zwei, die wieder dastanden wie neu.
Eigentlich war ich nie ein Gespannfahrer. Aber was macht man nicht in der Not. Unsere drei Kinder waren bereits 18, 12 und 14 Jahre alt, als sich nochmals Nachwuchs anmeldete. So dachte ich mit einem Gespann kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Meine Ex-Frau ist zufrieden wenn sie mit kann und wenn die Kleine noch im Beiwagen sitz, ist alles in Butter. Denkste!!! Kaum war der Seitenwagen fertig, meinte meine Ex-Frau "da setz ich dir die Kleine aber nicht rein."
Somit verkaufte mein Gespann zusammen mit dem zweiten Töff nach bereits 50 Kilometern wieder. Vielleicht war’s auch besser so, denn bei der ersten Ausfahrt fuhr das Ding in der Kurve prompt gerade aus. Ist Gott sei dank nichts passiert.
Kurze Zeit darauf stand eine XS 650 SE in meiner Werkstatt. Extrem schlechter Zustand.
Ich hatte sie zufällig auf der Arbeit bei einem Töffhändler in Zürich, im Innenhof gesehen. Damals wie Heute, reparierte ich Haushaltsgeräte. Ich organisierte dem Händler eine Waschmaschine mit meinem Mitarbeiterrabatt und konnte dann die XS sozusagen gratis mitnehmen. Es entstand ein neues Projekt. Mit viel Liebe zum Detail baute ich den Twin wieder auf. Mit langer Gabel, eigens angefertigtem Heckteil und Tropfentank. Selbst lackiert. Jedoch nicht aus der Spraydose sondern bereits mit Profilack vom Spritzwerk. Aber in der eigenen Garage. Auch ein Tankbild zierte den Tank. Mein ganzer Stolz. Für dieses Bild ging ich extra an einen Airbrush Kurs beim Europameister Marcel Gerber. Danach spritzte ich mir mein eigenes Bild nach einer Vorlage, die mir mein Sohn geschenkt hatte. Bereits damals war es ein Indianer auf einem Pferd. Der Name Rothaut“ taucht hier zum ersten Mal auf. Und zwar auf beiden Satteltaschen, die ich übrigens selbst gefertigt hatte, war dieser Name eingebrannt und mit einer Feder geschmückt.
Die Indianer, ihre lebensweise, ihre Weissheiten, ihr Aussehen faszinieren mich. Damit verbinde ich auch die Marke Indian die den Indianer als Symbol trägt und für mich die Freiheit verkörpert. Aus diesen Gründen entschied ich mich für diesen Namen der mich noch lange begleiten soll.
Aus einem finanziellen Engpass heraus verkaufte ich meine XS bereits ein Jahr später wieder für ein Trinkgeld.

Dann kam wieder eine Pause.

Doch bereits 2 Jahre später hielt ich es nicht mehr aus und legte mir eine 1200er Goldwing zu. So mit Koffer, Radio usw.. Aber die Maschine lag mir nicht, ich fiel hie und da um und ich konnte das schwere Ding kaum in die Garage schieben. Und was machst du wenn du sie nicht mal in die Garage kriegst? - richtig - du verkaufst sie wieder.
Nun hatte ich den Wind und die Kraft auf einer 1200er erlebt. Somit war klar es muss ein gleich starkes Bike, oder mehr sein.
Ich entschied mich für eine 1500er Kawa Classic. Eine wunderschöne Maschine. Jedoch nicht schön genug. Es wurde vorne ein Harley Fender montiert, umlackiert und eine Feder auf den Tank gebrusht, ein anderer Sattel montiert und ein Uphänger durfte auch nicht fehlen. Auf dem vorderen Schutzblech erschien bereits zum zweiten Mal der Schriftzug "ROTHAUT". Mit Bleistift aufgezeichnet und mit Klarlack überdeckt. Das Ding sah aus wie eine Harley.
Auf einer Zweiradmesse entdeckte ich dann die Drifter Baureihe von Kawasaki. Ein Nachbau der legendären INDIAN. Ein Traum von einem Motorrad diese Indian.
Dieser Anblick liess mich nicht mehr los. Immer wieder liebäugelte ich mit dieser Kawa. Ich entschloss mich meine 1500er zu verkaufen. Mit dem Erlös machte ich mich auf die Suche nach einer 1500er Drifter. Bei meiner Suche stolperte ich immer wieder über Bilder von der 800er und schlussendlich habe ich mir die gekauft. Der Grund warum ich mich für eine 800er und nicht für eine 1500er entschied, ist einfach. Die 800er Drifter hat einen optischen Starrrahmen was für mein Vorhaben genau das richtige war.

Mein Traum ist es eine INDIAN Big Chief zu fahren, eines der schönsten Motorräder der Welt.
Mit der 800er Kawa konnte ich mir diesen Traum verwirklichen. Wenigsten so dass es zumindest so aussieht.
 

Eine original alte INDIAN kostet heutzutage zwischen 30 – 45 tausend Franken, für mich unerreichbar. Aber nichts ist unmöglich, sagte ich mir. Ich baue mir meine Indian selbst - besser gesagt eine „Rothaut“, aus einer VN 800 Drifter. Gesagt getan. Nach diversen Änderungen stand mein Traum vor mir. Du wirst es kaum glauben, aber sieh Dir einfach meine Bilder an dann kannst Du mich vielleicht verstehen. Oft werde ich angesprochen, wenn ich unterwegs bin, „Ist das eine INDIAN“? Das ist für mich das schönste Kompliment, vor allem wenn mich dann noch ein Bikefahrer danach fragt, der Ahnung hat. Dieses Motorrad habe ich leider im April 2012 verkauft. Doch mein Heimweh war zu gross, bereits im November 2012 fing ich mit dem Bau meiner zweiten Indian an.
Meine INDIAN - 2 , sie ist Heute noch in meinem Besitz und wird es auch bleiben. Ich musste meiner Tochter versprechen sie nie wieder zu verkaufen. Und jetzt wissen es alle, die bis hierher gelesen haben, von diesem Versprechen, also gibt es kein Zurück.

Dem Schrauben bin ich bis Heute treu geblieben. Meine Werkstatt ist mein zweites zu Hause. Ich verbringe jede freie Minute damit, an meinen Projekten weiter zu arbeiten.
Und genau diese Projekte möchte ich der Öffentlichkeit nicht weiter vorenthalten. Aus diesem Grund habe ich auch meine Website erstellt
Sieh Dir doch einfach meine Bilder an.

Danke dass Du dir so viel Zeit genommen hast um meine Geschichte zu lesen. Ich wünsche Dir jetzt viel Spass auf den folgenden Seiten.

Reiner der Rothaut -Schrauber